War Stimmen in der Stadt ein Erfolg? – Acht Fragen an die Organisatoren und die Antworten darauf jetzt nachzulesen unter RÜCKBLICK.
Autoren-Archiv für Martin Kostezer
Die Stimmen in der Stadt sind auch Stimmen im Radio geworden. Mehrere Zeitungen und Zeitschriften haben über das Projekt geschrieben. In unserem neu eingerichteten Bereich PRESSE finden Sie jetzt eine Auswahl von Berichten zum Hören und Lesen.
Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens zeigt die Berliner Aids-Hilfe eine Auswahl von Dokumentar- und Spielfilmen, die sich mit HIV und Aids beschäftigen. Die Filme dokumentieren, mit welcher Wucht Aids in den frühen 1980er-Jahren Biografien und soziale Gefüge getroffen hat. Und sie sind selbst Teil einer Kulturgeschichte, wie sie zu unseren Lebzeiten von keiner anderen Krankheit geschrieben wurde.
»PositHIVe Screenings« läuft vom 1. bis zum 5. Dezember in den Kinos Kant und Hackesche Höfe. Stimmen in der Stadt ist mit dem Trailer im Vorprogramm der Filme als Gast mit dabei.
Unsere Specials zum 1. Dezember:
08.35 Christoph Weber ist Gast im ZDF Morgenmagazin
14.30–16.00 Martin Kostezer macht zusammen mit einer Delegation vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz an der Hörstation Gneisenaustraße/Mehringdamm auf das Projekt und den Welt-Aids-Tag aufmerksam
00.00–24.00 Sieben Menschen aus Berlin erzählen an 15 Hörstationen in der Stadt über ihr Leben mit HIV und Aids.
Soeben konnten wir die irrtümlich von der Polizei konfiszierte Hörstation an der Kastanienallee beim U-Bahnhof Eberswalder Straße wieder einrichten. Wir danken Thomas Schulz von der Firma Iland für die erneute Installation.
Prenzlauer Berg am 25. November 2010: »Am heutigen Morgen, gegen 04:00 Uhr, beschwerten sich mehrere Bürger unabhängig voneinander telefonisch bei der Polizei, dass die Ampelanlage in der Kastanienallee/Schönhauser Allee laut mit den Passanten spricht.«
Wir staunten nicht schlecht, als gestern diese polizeiliche Nachricht bei uns eintraf. Sprechende Ampelanlagen, was für ein geniales Kommunikationskonzept! Warum sind wir nicht früher darauf gekommen? Nirgends verbringt man so viel ungenutzte Wartezeit wie an Berliner Fußgängerampeln. »Über den Lautsprecher wurden Bürger über gesundheitliche Themen (Schutz vor AIDS) informiert«, heißt es weiter unten in dem Schreiben. Na also. Was kann einem besseres passieren?
Aber offenbar gab es da ein irritierendes Moment: »Beim Eintreffen der Polizei stellten die Kollegen gegenüber der Kastanienallee 3, am Lichtmast Nr. 4, fest, dass in einer Höhe von ca. 3 Meter eine Steckdose provisorisch montiert war.« Hoppla. Stromklau etwa? Zur Aufklärung über gesundheitliche Themen? Aber damit nicht genug: Auf einem Schild in Höhe von 2,5 Metern »war zudem der Spruch ›Liebes Virus, du hast mir jetzt Durchfall gegeben, ich esse gegen den Durchfall an …‹ aufgedruckt.«
Autsch, das geht natürlich gar nicht. Da kann die Ampel noch lange zu den Passanten über gesundheitliche Themen sprechen. Wenn die dann so was zu lesen bekommen, ist die ganze Aufklärung im Eimer. Folgerichtig: »Um 05:10 Uhr wurde durch einen Mitarbeiter der Firma Alliander Stadtlicht GmbH die Anlage demontiert und durch Polizeibeamte auf dem Abschnitt 15 sichergestellt.« Gut so! Und sollten Sie weiteren sprechenden Ampeln begegnen, zögern Sie bitte nicht, sofort die Polizei zu informieren!
Die konfiszierte Hörstation wurde uns unterdessen mit vielen Entschuldigungsworten wieder ausgehändigt. Selbstverständlich dürfen wir sie am gleichen Ort wieder installieren. Denn es ist alles amtlich bewilligt und bescheinigt und von einer Lärmbelästigungsklage war gar nie die Rede. Möglicherweise fehlt es bei manchen Behörden einfach an einem ausgereiften Kommunikationskonzept. Wir hätten da eine Idee …
Pünktlich mit dem Datumswechsel haben unsere Stimmen am 25. November zu sprechen begonnen – und exakt 24 Stunden später waren sie wieder weg. Der Grund dafür war nicht der Wintereinbruch, sondern eine fehlerhafte technische Einstellung in den Lautsprecherboxen. Der Fehler konnte unterdessen behoben werden und die Stimmen sprechen jetzt wieder. Für alle vergeblichen Besuche an unseren Hörstationen bitten wir herzlich um Entschuldigung.
Seit 00.00 Uhr heute früh sind sie zu hören. An 15 Orten in Berlin erzählen Menschen aus ihrem Leben mit HIV/Aids. Ihre Stimmen sprechen aus Lautsprecherboxen in vier Metern Höhe. Die Hörstationen sind mit dem Logo von Stimmen in der Stadt gekennzeichnet.
Mit einer Vernissage und Pressekonferenz wurde Stimmen in der Stadt gestern Abend eröffnet. Schirmherrin Ulla Schmidt äußerte Ihren Respekt vor den sieben Menschen, die in den Interviews so viel Offenheit gezeigt haben. Darin liege das Potenzial, das Thema HIV und Aids wieder ins Gespräch zu bringen.
Die Stimmen, die jetzt in der Stadt das Wort haben, werden bis zum 8. Dezember Tag und Nacht weitersprechen. Einen Stadtplan mit den 15 Hörstationen finden Sie unter STADT.
Ab sofort gibt’s die Stimmen auch hier auf der Webseite zu hören. Unter STIMMEN finden Sie alle sieben Interviews in voller Länge. Drei davon werden mit Bildreportagen des Fotografen Daniel Rosenthal begleitet.
Aktueller Hinweis: Die Hörstation an der Kastanienallee (Prenzlauer Berg) ist vorübergehend außer Betrieb. Selbstverständlich arbeiten wir an der Behebung des Ausfalls.
Uhlandstraße, Ecke Kurfürstendamm, früher Dienstagmorgen: Die erste Hörstation von Stimmen in der Stadt wird installiert. Hier und an vierzehn weiteren Orten in Berlin werden bis Mittwochabend die Lautsprecher und das Logo von Stimmen in der Stadt an Lichtmasten angebracht. Die Stimmen werden am 25. November um 0.00 Uhr zu sprechen beginnen.
Einen Stadtplan mit den 15 Orten gibt es jetzt unter STADT.
»Nach wie vor werden Menschen wegen ihrer Erkrankung diskriminiert und stigmatisiert. Nach wie vor gibt es Infizierte, die ihre Erkrankung verschweigen, aus Angst vor den Reaktionen ihres Umfeldes. Der richtige Umgang mit der Erkrankung und den Erkrankten ist nicht selbstverständlich.« Lesen Sie die vollständige Erklärung von Ulla Schmidt zu ihrer Schirmherrschaft bei Stimmen in der Stadt.
Paul, Anneliese, Gerd, Eva, Jan, Michaela und Max haben von sich erzählt. Wir wünschen uns, dass es noch mehr Gespräch und Austausch gibt. Eine Möglichkeit, selbst das Wort zu ergreifen, bieten wir hier über den Kommentar auf unserer Webseite.
Alle Kommentare werden von uns gelesen und dann freigeschaltet. Wir freuen uns auf deine Stimme!
Wir laden zur Vernissage und Pressekonferenz ein.
Mittwoch, 24. November 2010, ab 16.30 Uhr
Axel Hotel Berlin, Lietzenburger Straße 13/15
Einlass: 16.30 Uhr
Pressekonferenz: 17.00 Uhr
Anschließendes Get-together
Mit Ulla Schmidt, ehemalige Bundesgesundheitsministerin, Schirmherrin von Stimmen in der Stadt, und Prof. Dr. phil. Martin Dannecker, Sexualwissenschaftler und Autor. Moderation: Annabelle Mandeng
Um Anmeldung unter presse@stimmeninderstadt.de bis zum 19.11.2010 wird gebeten.
Stimmen in der Stadt hat eine Schirmherrin. Die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat dem Projekt schon seit längerer Zeit ihre Unterstützung zugesichert. Ihre Schirmherrschaft unterstreicht die Relevanz unseres Projekts auch auf politischer Ebene. Ulla Schmidt wird bei der Eröffnung von Stimmen in der Stadt am 24. November mit dabeisein. Ein Statement von ihr wird demnächst hier erscheinen.
Noch sieben Wochen bis zum Start. Die Bauteile für die Lautsprecher warten in Reih und Glied auf ihre Verschraubung. In Handarbeit werden die Boxen für die 15 Hörstationen zusammengebaut. Unser Löt- und Schrauberteam ist stolz auf die Spezialanfertigung für Stimmen in der Stadt. Wir bedanken uns für das freundliche Entgegenkommen der Firma AUDIUM / Visonik, Berlin.
Noch vor fünfzehn Jahren zählte Aids zu den großen Bedrohungen der Menschheit. Wer mit einem »positiven« HIV-Testergebnis konfrontiert wurde, konnte sich einer Beschäftigung mit dem Tod nicht entziehen. Zu groß war die Wahrscheinlichkeit, dass es bald zu Ende gehen würde.
Die Zeiten haben sich geändert. Seit 1996 haben die retroviralen Kombinationstherapien bei vielen infizierten Patienten enorme Erfolge erzielt. Die Lebenserwartung ist gestiegen, die Todesraten sind massiv zurückgegangen und das Krankheitsbild Aids hat sich weitgehend zurückgezogen. Unterdessen gibt es viele HIV-Infizierte, die seit Jahrzehnten mehr oder weniger gesund und beschwerdefrei leben. Der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker hat zur sprachlichen Kennzeichnung dieses Wandels den Begriff des »neuen Aids« in Umlauf gebracht.
Wie steht es um dieses neue Aids? Ist es tatsächlich so harmlos geworden, wie man leicht den Eindruck gewinnen kann? Oder ist es nur unsichtbar geworden? In unserer Rubrik »Das neue Aids« gehen wir diesen Fragen nach. Der neueste Beitrag stammt von TAZ-Journalist Jan Feddersen und stellt die Frage: »Was bloß ist Aids?«
Mit einem Infostand stellte sich Stimmen in der Stadt am 18. September den Gästen der »Reminders Day Gala« im Berliner ewerk vor. Im Programm des zuvor stattgefundenen Kongresses »HIV im Dialog« war außerdem eine unserer Interview-Stimmen zu hören. Gut zwei Monate vor Projektbeginn haben wir damit viel Neugier geweckt und interessierte Resonanz erhalten.
Sie finden uns am 18. September ab 19.30 Uhr im ewerk in Berlin Mitte. Die Reminders Day Gala wird von der Initiative »Vergessen ist ansteckend« ausgerichtet und steht unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit. An unserem Infostand im Foyer gibt’s unter anderem die neuen Postkarten von Stimmen in der Stadt, Badges, T-Shirts – und eine große Spendendose! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Die Gala ist der Abschluss des Kongresses HIV im Dialog, der am 17. und 18. September im Roten Rathaus stattfindet. Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung mit zahlreichen Vorträgen und Workshops ist das Älterwerden mit HIV. Der Kongress ist öffentlich mit freiem Eintritt.
Der Kreis unserer Förderer hat sich erfreulicherweise erweitert. Der Förderverein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e. V. hat uns mit einem Unterstützungsbetrag bedacht. An unserer Seite steht nun außerdem die Deutsche AIDS-Hilfe e. V. Mit dem Dachverband von rund 120 regionalen Aids-Hilfe-Organisationen in Deutschland haben wir einen wichtigen weiteren Mitträger für Stimmen in der Stadt gewonnen. Wir schätzen die Begleitung!
